Die Ansprache Gottes an den
Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung,
nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen
Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die
göttlichen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes,
der Geduld, der Liebe und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen
Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem
aber wirkt die Liebe als Träger aller Offenbarungen, ohne die ein echtes
Gotteswort nicht möglich ist.
Göttliche Offenbarung:
Meine
geliebten Söhne und Töchter, heute möchte Ich zu euch über das Bewusstsein
sprechen und darüber, wie ihr zu einem höheren Bewusstsein findet. Für die
allermeisten Meiner Kinder ist Bewusstsein nicht mehr als ein Wort; doch es ist
in Wirklichkeit viel, viel mehr. Es ist etwas so Umfassendes, dass ihr mit
eurem begrenzten menschlichen Verstand nicht erfassen könnt, was sich dahinter
verbirgt.
Das höchste Bewusstsein der
Schöpfung Bin Ich!
Dieser Satz liest sich so
einfach, und doch ist für euch Menschen nicht vorstellbar, was das bedeutet.
Nichts kommt Meiner Größe, Meiner Kraft und – im positiven Sinne – Meiner
Gewalt gleich. Und gleichzeitig ist Mein Wesen Liebe! Und diese Art von Liebe
ist für euch – wie alles, was Mich betrifft – so lange nicht wirklich
begreifbar, solange ihr noch nicht wieder bei Mir seid.
Und selbst dann wird Mich
ein Geschöpf niemals vollkommen erkennen und erfahren können. Denn Ich Bin
alles! Alles ist aus Mir hervorgegangen, und alles wird seit Ewigkeiten und für
alle Ewigkeiten von Mir erhalten, weil das Leben, das euch zu Meinen Kindern
macht, sich ununterbrochen in alles, was Ich einmal geschaffen habe und noch
schaffen werde, verströmt.
Das ist der sichtbare
Ausdruck Meiner Liebe zu Meinen Geschöpfen: dass Ich allen Meine Lebenskraft,
die Liebe ist, schenke. Das gilt auch für das Böse, das sich in der Freiheit,
die Ich jedem gab, einst gegen Mich gewendet hat.
Nun wird sich sicher der
eine oder andere die Frage stellen, warum die Menschen dieses höhere
Bewusstsein, das doch ihr Eigen ist, nicht oder nicht mehr haben? Und was zu
tun ist, um durch eine seelisch-geistige Entwicklung wieder auf die Stufe zu
gelangen, auf der ihr als geistiges Wesen einmal gelebt habt? Und auf der ihr
auch wieder leben werdet, weil Ich nichts verloren gehen lasse oder vielleicht
sogar verdamme, was Ich einmal geschaffen habe, wie es euch Irrlehren zu
glauben vorgeben.
Weil ihr falsch belehrt
worden seid und nach wie vor mit einem Glauben konfrontiert werdet, der nicht
Meiner Wahrheit entspricht, sind so viele unter euch – es ist nicht übertrieben
zu sagen: die überwiegende Zahl der Menschen – der Auffassung, Ich würde bei
jeder Geburt eine „neue Seele“ schaffen. Diese Sicht konnte man im Mittelalter
und in den Jahrhunderten davor den unwissenden Menschen nahebringen, die kaum
eine oder keine Möglichkeit hatten, sich gegen diese, in einer Allianz von
Kirche und Staat vorgeschriebene Aufassung zu wehren.1)
Heute wisst ihr es besser,
aber es fällt euch dennoch schwer, ein anderes Denken zur Grundlage eures
Strebens in diesem Erdenleben zu machen. Das hängt zum einen damit zusammen, dass
in euren Seelen dieser falsche Glaube seit Inkarnation „gespeichert“ ist, oder
ihr, ohne selbst nachzudenken, euren kirchlichen Obrigkeiten glaubt; und zum
anderen mit der menschlichen Schwäche – die von den Gegensatzkräften gefördert
wird –, eine Änderung im Denken und Umsetzen im Alltag vorzunehmen, wenn sich
ein altes Denken als falsch erweist.
Dahinter steckt ein lange
vorbereitetes und sorgfältig geplantes Vorgehen der Finsternis und ihrer
Vasallen. Es hat, wie es aussieht, Erfolg gehabt. Aber es ist, aus Sicht der
Ewigkeit, nur ein kurzer und kleiner Erfolg.
Die Wahrheit ist: Ihr seid
Kinder Meiner Liebe, die ihre Entwicklung in den Himmeln genommen haben, die am
Ende ihrer Entwicklung von Mir gesegnet worden sind, die in den Himmeln eine
Aufgabe gefunden haben, die ihrer geistigen Mentalität entspricht, und deren
ewige Heimat die Himmel sind.
Dass ihr im Moment außerhalb
der Himmel lebt, ändert nichts daran, dass die Erde – auch nicht die sie
umgebenden Astralbereiche – nur ein vorübergehender Aufenthaltsort ist. Euer
jetziges Dasein gleicht einer Reise, die ihr aus unterschiedlichen Gründen
angetreten habt. Keiner von euch käme auf die Idee, ein Reiseziel, und sei es
noch so schön, als seine Heimat anzusehen. Erst recht dann nicht, wenn er weiß,
wo und wie schön sein wahres Zuhause ist.
Und an diesem Punkt haben
die Kräfte angesetzt, die gegen Mich und euch sind. Sie haben mit
Halbwahrheiten eure Erdenexistenz als so von Mir gewollt dargestellt, wie ihr
sie momentan empfindet. Und sie haben in Kauf genommen, dass damit viele Fragen
aufgetaucht sind, wohl wissend, dass die allermeisten Menschen sich nicht die
Mühe machen, nach zufriedenstellenden Antworten zu suchen oder die
Konfrontation mit ihrer Religionsgemeinschaft scheuen.
Die Frage, warum die Menschen kein höheres Bewusstsein
haben oder nicht mehr haben, obwohl es doch in ihrem tiefsten Inneren vorhanden
ist, lässt sich dann leicht beantworten, wenn anerkannt wird, dass der Mensch
eine Seele hat, und beide – Mensch und Seele – nicht zum ersten Mal auf dieser
Erde sind. Das erklärt so vieles, sodass von kirchlicher Seite aus „ein Riegel“
davorgeschoben werden musste, damit an diese Tatsache unter keinen Umständen
geglaubt werden durfte.2)
Was aber bedeutet „nicht zum
ersten Mal“? Jedes geistige Wesen hat von Mir die absolute Freiheit geschenkt
bekommen. Und ihr alle seid in eurem Urgrund geistiger Art. Das Gesetz von
Ursache und Wirkung – in Kraft getreten durch den Aufstand gegen die Liebe
durch Sadhana und ihren Anhang – sorgt dafür, dass sich ein gegensätzliches
Denken und Handeln schlussendlich immer gegen den Verursacher selbst richtet.
Wenn eine Seele inkarniert,
aus welchen Gründen auch immer, dann betritt sie den Herrschaftsbereich der
Finsternis. Wer darüber in den geistigen Ebenen vor seiner Inkarnation
informiert werden will, der weiß dies; was aber nicht gleichzeitig bedeutet,
dass er nun geschützt ist. Er muss wachsam sein, denn auch die negativen Kräfte
haben, ebenso wie ihr, die Freiheit, zu tun und zu lassen, was sie wollen.
Sie brauchen Energie, denn
von Mir bekommen sie nur eine Minimalenergie, die gerade so ausreicht, um ihre
Existenz aufrechtzuerhalten. Sie versuchen also, an zusätzliche Energie zu
kommen. Von woher erhalten sie die? Von den Menschen, die sie an deren
Schwachstellen angreifen und verführen können. Ein logisches Prinzip.
Ebenso logisch ist es, dem
vorzubeugen, indem der Mensch sich bemüht, Meine Gesetze zu leben. Dann nämlich
ist seine seelische Schwingung in der Regel so hoch, dass es den finsteren
Kräften nicht oder nur schwer möglich ist, ihn beeinflussen zu können.
Aber – auch das muss Ich
euch sagen – das ist Theorie. Denn kein Mensch ist in der Lage, sich immer vor
den Angriffen schützen zu können. Doch wer sich Mir zuwendet, wer sich bemüht,
im Alltag mit Mir zu leben, dem kann Ich einen Schutz gewähren, in den das Böse
nicht oder nicht so oft eindringen kann.
All das ist für viele von
euch nicht neu. Doch darum nur zu wissen, ist nicht die Lösung, wenn ihr eure
Inkarnation erfolgreich abschließen möchtet. Erfolgreich bedeutet in diesem
Fall, dass ihr durch euer Bemühen, Mein Liebesgesetz zu leben, ein inneres
Wachstum einleitet, das eure Seele nach dem sogenannten Tod des Körpers in
helle, feinstoffliche Bereiche bringt. Das sind jenseitige Welten, in denen die
Anziehung der Erde nicht mehr wirksam ist. Wer in seinem Seelenkörper in diese
Sphären gelangt, hat sich befreit von der Notwendigkeit, seine weitere
Entwicklung auf der Materie vornehmen zu müssen.
Wenn Ich davon spreche, dass
es nicht die Lösung ist, lediglich um ein Leben nach dem Tod zu wissen, dann
will Ich damit sagen: Es zählt immer nur das, was ihr getan, was ihr
umgesetzt habt, und niemals das, was ihr wisst, was sich also in euren Köpfen
angesammelt hat. Wissen kann dazu dienen, Erkenntnisse zu gewinnen und
Entscheidungen zu treffen; aber wenn anschließend nicht zur Tat geschritten
wird, ist Wissen nutzlos. Es bringt euch Meinem Herzen keinen Schritt näher und
fördert nicht die Reifung eures Bewusstseins.
Euer Bewusstsein wächst mit
jeder kleinen und großen Tat, die die Liebe zur Grundlage hat, mit jeder
Bewältigung der Aufgaben, die euch der Tag zur Lösung vorsetzt. Es ist ein
kontinuierlicher Prozess, vergleichbar mit den vielen Schritten, die gemacht
werden müssen, wenn ihr euer Ziel – den Gipfel – erreichen wollt. Meistens
merkt ihr gar nicht, dass ihr durch das, was ihr gerade getan oder gelassen
habt, wieder ein Stückchen vorangekommen seid auf eurem Weg zu Mir. Und doch
summiert sich alles, und auf diese Weise wachst ihr, wächst euer Bewusstsein.
Es weitet sich, wie ihr es ausdrückt.
Und das wiederum bedeutet,
dass ihr feinfühliger werdet, dass ihr mehr wahrnehmt, also mehr seht und hört
als in der Vergangenheit; dass ihr lernt, auch einmal an den „richtigen
Stellen“ zu schweigen, aber auch Antworten zu geben, die immer öfter aus Meiner
Weisheit kommen. Und dass sich die Liebe zu Mir und zu eurem Nächsten, aber
auch die Liebe zu euch selbst, Schritt für Schritt entfaltet.
Es ist eine falsche Annahme,
wenn ihr glaubt, dass über Nacht Wunder in und mit euch geschehen, und ihr am
Morgen als ein „neuer Mensch“ aufwacht. Der Weg an Mein Herz muss schrittchenweise
gegangen werden; und das, Meine Geliebten, bedeutet manchmal Arbeit, zumindest
aber ein so ernsthaftes Bemühen, wie sich das mancher so nicht vorgestellt hat.
Das Tröstliche, das immer
wieder Mut macht, wenn es gerade schwer zu werden scheint, ist das Wissen
darum, dass Ich bei jedem Schritt, den ihr in Meinem Geiste tut, an eurer Seite
Bin. Immer und ohne Ausnahme!
Entscheidend – als eine Art Grundvoraussetzung –
dafür, ob ihr in diesem Erdenleben einen wichtigen Schritt vorankommt, ist
daher, dass ihr die Notwendigkeit einer Veränderung überhaupt erst einmal
erkennt und anerkennt.
Das hört sich gut und
richtig an, ist für die allermeisten Menschen aber leider keine
Selbstverständlichkeit. So sind sie nämlich nicht belehrt worden. Bei ihren,
das heißt bei euren Belehrungen ging und geht es doch nach wie vor in
erster Linie darum, Gebote einzuhalten und Verbote zu beachten. Eine
Veränderung im Sinne der selbstlosen Liebe …? Um Mir, der Ich die Liebe Bin, im
Inneren nahe- und näherzukommen …? Und wenn: Wie soll das geschehen? Wem ist
der Weg der Selbsterkenntnis bekannt, der immer am Beginn einer jeden Veränderung
steht? Und wer lehrt ihn?
Bevor ihr die Menschen in
eurer engeren Umgebung betrachtet und Meine Worte als richtig erkennen werdet,
solltet ihr allerdings zuerst euch selbst anschauen. Das ist etwas, was
übrigens überall und immer gilt!
Ist euch wirklich in der
Tiefe klar, dass ihr auf Erden seid, um eine Veränderung in eurer Seele
anzustreben? Und möglicherweise dabei gleichzeitig einiges an Belastungen
abzutragen, was sich in der Vergangenheit, das heißt in früheren Leben,
angesammelt hat? Und selbst, wenn ihr diese Frage mit Ja beantworten könnt,
wenn ihr also darum wisst: Ist dies mehr oder weniger regelmäßig in eurem
Bewusstsein? Bestimmt es also euer Tun und Lassen?
Die Erde bietet vielfältige,
ja geradezu ideale Möglichkeiten, um eine Entwicklung einzuleiten und zu
fördern. Wenn sich ein Geistwesen für eine Inkarnation entschließt mit dem
Gedanken und dem Wunsch, auf der Materie zu lernen, sind dies gute
Voraussetzungen für ein Gelingen. Aber es steht jeder Seele frei, auch aus
anderen Gründen in die Materie zu gehen: zum Beispiel, um eigennützige
Interessen zu verfolgen.
Ich urteile niemals über die
Beweggründe, und Ich verurteile nichts und niemanden. Und wenn auch Meine Hilfe
einem jeden gilt – Ich lebe auch in denen, die Mich bekämpfen –, so können doch
diejenigen, die sich bemühen, mit Mir zu leben, weitaus mehr von Meiner Nähe
und Meinem Beistand profitieren als die, die Mir skeptisch gegenüberstehen oder
Mich gar ablehnen.
Warum gerade die Erde ein
idealer Ort für die seelische Entwicklung Meiner Kinder ist, lässt sich leicht
erklären. Und wenn ihr mitdenkt, was Ich Mir wünsche, dann werdet ihr diese
Frage – die Frage nach dem „Warum?“ – auch auf euch selbst beziehen und darüber
nachdenken, warum ihr gerade in der Situation seid, in der ihr euch
zurzeit befindet; und warum ihr mit den Menschen zusammen seid, die ihr – noch
– mehr oder weniger liebt.
In den Himmeln, eurem ewigen
Zuhause, ist, wie ihr es ausdrücken würdet, alles „eitel Sonnenschein“. Wer in
den Himmeln lebt, hat außer den anderen Eigenschaften, die von der Ordnung bis
hin zur Barmherzigkeit reichen, auch die Liebe in sich erschlossen. Ansonsten
wäre er kein „Bewohner“ Meiner ewigen, himmlischen Schöpfung. Denn auch hier
gilt, wie überall, dass Gleiches wiederum Gleiches anzieht.
Was die Heranwachsenden,
denn auch die gibt es bei Mir, noch zu lernen und noch zu entwickeln haben,
wird ihnen durch viele Helfer und Freunde im Verlaufe ihres Reifeprozesses
beigebracht. Dies ist eine Art zu lernen, die nicht mit eurem Lernen zu
vergleichen ist. Dieser Weg wird voller Freude und Eifer angegangen. Und Mein
Segen, den Ich jedem Heranwachsenden gebe, der von seinen himmlischen Eltern
vor „Meinen Thron“ gebracht wird, stärkt Mein Kind und verhilft ihm dazu, zu
einem Engel in einer Schönheit und Pracht zu werden, die für euch Menschen
unvorstellbar ist.
Wenn ein himmlisches Wesen
seine ewige Heimat verlässt, hat es seine Gründe dafür. Ich werde, wie schon
erwähnt, niemals dreinreden, auch wenn Ich versuchen werde – wie es bei dem
Aufstand Sadhanas, die sein wollte wie Gott, der Fall war –, Meine Kinder zur
Einsicht zu bewegen, wenn sich eigennützige Gedanken einschleichen, was
aufgrund der Freiheit auch in den Himmeln möglich ist; nicht nur theoretisch,
sondern auch praktisch, wie es das Geschehen um den Fall zeigt.
Aber alle haben daraus
gelernt, sodass so etwas nie wieder geschehen wird.
Wenn sich ein himmlisches Wesen für eine Inkarnation
entscheidet, dann weiß es – wenn es denn darum wissen will –, was in etwa das
vor ihm liegende Erdenleben bringen wird. Die Gründe, warum es sein himmlisches
Zuhause verlässt, können unterschiedlicher Art sein. Entweder hat es sich von
Sadhana verführen lassen oder es gehört zu denen, die aus Liebe zu ihren
Erdengeschwistern inkarnieren, um ihnen bei ihrer „Heimreise“ zu helfen.
Nach dem Verlassen der
Himmel betritt das Geistwesen Bereiche oder Welten, die zwar auch feinstofflich
sind, aber nicht mehr die hohe Schwingung der früheren Heimat aufweisen. Das
materielle Universum ist der tiefste Punkt des Falls, entstanden, weil Meine
Liebe dies zuließ, um den Gefallenen eine Basis zu geben, von der aus sie sich
wieder emporarbeiten konnten. Denn das dies, wenn auch in ganz ferner Zukunft,
geschehen würde, war in Meinem Willen so vorgesehen, weil Ich nicht verliere,
was Meine Liebe einmal ins Leben gerufen hat.
Diese außerhimmlischen
Bereiche muss ein Geistwesen in der Regel durchlaufen, es muss in ihnen leben,
wenn auch nicht in allen, ehe es durch eine menschliche Mutter ins materielle
Leben gebracht werden kann.
So weit in aller Kürze noch
einmal ein Blick in eure Vergangenheit, der euch helfen soll, zu verstehen,
warum eine Seele beziehungsweise der Mensch nicht taufrisch ins Leben kommt.
Ihr alle habt schon so manches hinter euch. Das gilt für die freiwillig
Inkarnierten ebenso wie für die Gefallenen. Nun geht es darum, sich daran zu
erinnern und anzuerkennen, dass ihr nur vorübergehend Kinder dieser Welt seid,
und dass euer wahres Zuhause bei Mir ist.
Wie? Indem das Gebot gelebt
wird – falls erforderlich, auch intensiver als bisher –, das Ich den Menschen
als Jesus gebracht habe, und das in seiner kürzesten Fassung lautet: „Liebe
– und sonst nichts.“
Ich habe bewusst euch schon
Bekanntes wiederholt, weil es wichtig und entscheidend ist, dass ihr das
Gesagte auch verinnerlicht. Denn erst dann werdet ihr freiwillig und mit einem
offenen Herzen eine Entscheidung für Mich treffen können und dies nicht deshalb
tun, weil es so vorgeschrieben ist.
Es geht also darum, Meine geliebten Söhne und Töchter,
dass sich der Mensch als ein Wesen erkennt, das in Wirklichkeit in seinem
ewigen Inneren geistiger Art ist, und dass er den Entschluss fasst, sich auf
den Heimweg zu machen. Dazu schließlich soll seine Inkarnation dienen, dazu
soll sie ihm verhelfen.
Vor jedem Menschen liegt
daher die gleiche Aufgabe, sie ist nur nicht für jeden gleich leicht oder
gleich schwer zu bewältigen, was mit der Vergangenheit eines jeden einzelnen
zusammenhängt.
Der Rückweg ist zu
vergleichen mit einer Reise, deren Ziel klar definiert ist. Es heißt: Ich
möchte heim. Ich möchte wieder in die Liebe eintauchen und in ihr und mit ihr
leben, die auf ewig mein ist.
Auf deinem Entwicklungsweg
wirst du all das wieder lernen, was du „im Prinzip“ schon in dir trägst. Nur
kommst du nicht so ohne Weiteres da dran, weil es verschüttet ist, wie man es
ausdrücken könnte. Aber dein Erdenleben bietet dir an jedem einzelnen Tag eine
Fülle von Möglichkeiten, dich, dein Denken und dein Verhalten kennenzulernen,
so du dazu bereit bist.
Dabei kann dir das Gesetz
der Entsprechung eine große Hilfe sein. Man kann es als einen wichtigen
Schlüssel zur Selbsterkenntnis bezeichnen. Es besagt, dass alles, was
dich noch stört, ärgert, aufregt, unruhig macht und negative Reaktionen in dir
auslöst, in gleicher oder ähnlicher Weise in dir vorhanden ist. Es
muss so sein, denn ansonsten würdest du die in deinen Augen unschönen Dinge
zwar bemerken, könntest aber gelassen mit ihnen umgehen. Was besonders wichtig
ist, wenn es deine Mitmenschen und deren Verhalten betrifft, das so leicht und
so schnell zum Urteilen über sie verführt.
So gesehen ist der Tag
tatsächlich ein guter Freund. Aber er wird dir nur dann eine Hilfe sein, wenn
du nicht vorschnell über das hinweggehst, was er dir zeigt; und wenn du – nach
erfolgter Erkenntnis – mit Meiner Hilfe darangehst, nach und nach ein neues
Denken und Handeln zu üben und schließlich zu praktizieren.
Auf diese Weise gehst du
Schritt für Schritt den Weg zurück, den du zuvor – das kann unter Umständen
schon sehr lange zurückliegen – gegangen bist, als du die Höhe verließest, um
die Tiefe zu erkunden. Es ist wie in einer Schule: Keine Klasse kann ausgelassen
werden, wenn die Arbeit schließlich von Erfolg gekrönt sein soll.
Mit der Bewältigung jeder
einzelnen Stufe, die von der Ordnung bis hin zur Barmherzigkeit reichen, und
von der keine einzige ausgelassen werden kann, kommst du deinem angestrebten
Ziel näher, was auch für den Fall gilt, dass du nicht im Einzelnen um die Dinge
weist, die Ich hier erläutere. Wenn deine Motivation ist, dich zum Guten hin
verändern zu wollen, weil du Mir und Meinem Wort glaubst, das Ich vor 2.000
Jahren als Jesus gab, und weil die Sehnsucht in dir aufgebrochen ist, Bin Ich
derjenige, der dich an die Hand nimmt und mit dir geht.
Veränderung also ist
angesagt. Und das ist etwas anderes, als sich an Regeln und Vorschriften einer
Religionsgemeinschaft zu halten. Es ist gelebte Liebe im Alltag. Es ist ein
Arbeiten mit Mir und Meiner Energie.
Die egoistischen Aspekte,
die jeder in unterschiedlicher Ausprägung in sich trägt, lösen sich auf dem
Weg, den Ich den Inneren Weg nenne, nach und nach auf. Es tritt eine
Verwandlung ein, die vom Ich immer mehr zum Du führt. So kann, ja so sollte es
nach Möglichkeit geschehen, dass sich der Mensch schon während der Zeit seines
Erdenlebens zu wandeln beginnt und von einem Nehmer mehr und mehr zu
einem Geber wird. Die Eintrittskarte in die Himmel steht ihm ohnehin
erst dann zur Verfügung, wenn vom Nehmer nichts mehr übrig ist, und
der Geber in voller Größe hervorgetreten ist.
Mit dem Wissen, dass
Gleiches wiederum Gleiches anzieht, beantwortet sich die Frage von selbst,
wohin die Seele nach dem Leibestod geht: Sie geht dorthin, wohin sie gehen
„muss“; denn sie wird angezogen von den jenseitigen Welt, die ihrer
Schwingung, ihrer Entwicklung entsprechen. Und für die ist kein anderer
verantwortlich als der Mensch selbst. Das ist Gerechtigkeit pur, weil nicht Ich
bestimme, was nachtodlich mit ihm geschieht. Ich war zu Lebzeiten für den
Menschen da; und Bin, wenn seine Seele die „Seiten wechselt“, in gleicher Weise
in seiner Existenz als geistiges Wesen in ihm und bei ihm in seinem neuen
Zuhause.
Hat sich während seiner
Erdenjahre durch sein ehrliches Bemühen sein Bewusstsein verändert, wird seine
neue Heimat entsprechend schön, leicht, hell und sehr feinstofflich sein. Aber
auch dann wird sein Bewusstsein sich noch weiten müssen, denn alle Stufen
müssen erschlossen sein, ehe sich die Himmel wieder öffnen, um ein
heimkehrendes Kind zu empfangen.
Für alle Zeiten Bin Ich in
dir. Ich Bin dein Leben, denn sonst gäbe es dich nicht. Doch auch die
Finsternis weiß um jeden einzelnen von euch, auch wenn dies nicht in dem Maße
und in der Tiefe der Fall ist, wie bei Mir und euren Engeln, die euch
begleiten. Das Böse hat den Kampf um Energie nie aufgegeben, und deshalb ist es
für euch so wichtig, nicht nur „einfach so“ in den Tag hineinzuleben.
Und dies ganz besonders
unter dem Gesichtspunkt, dass der Menschheit eine schwere Zeit bevorsteht!
Schaut, Meine Geliebten, dass ihr so oft und so gut, wie es euch schon möglich
ist, in eurem Inneren bei Mir seid. Sonst könnte es sein, dass ihr
unvorbereitet mit Ereignissen konfrontiert werdet, die euch in großem Maße
ängstigen. Denn die Gegensatzkräfte haben angefangen, auf allen Gebieten
verstärkt tätig zu werden.
Seid also wachsam und lasst
euch nicht überraschen. Mit dem Wissen, an das ihr euch immer wieder erinnern
sollt, dass Ich in einem jeden lebe und gleichzeitig mit einem jeden gehe, der
Mich darum bittet, habt ihr das beste innere Fundament, das ihr euch wünschen
könnt…. Amen 1) Das wohl am häufigsten zitierte Dogma, das die Einmaligkeit
des Lebens unterstreichen soll, wurde im Jahre 543 auf der Synode der Ostkirche
in Konstantinopel verkündet. Der Hintergrund: Es ging um einige Lehren des
Origenes (185 – 254 n. Chr.). Ewige Strafen, wie sie in der später
vorherrschenden Vorstellung einer Hölle vorkommen, kannte Origenes nicht.
Selbst der Teufel wird nach seiner Auffassung irgendwann einmal erlöst. Diese
als Apokatastasis bezeichnete Lehre wurde zum ersten Mal 543 verworfen, als die
Gegner Origenes‘ bei Kaiser Justinian I. ein Edikt erreichten, das in zehn
Punkten nicht-orthodoxe Lehren von Origenes auflistete, die das Konzil von
Konstantinopel 553 dann verurteilte und deshalb Origenes als Ketzer verdammte.
Sie lautet:
„Wer sagt oder daran festhält,
die Menschenseelen hätten ein Vorleben gehabt, d. h. sie seien zuvor Geister
und Gewalten gewesen, sie seien aber der göttlichen Anschauung satt geworden,
hätten sich dem Bösen zugewandt, seien deswegen in der Liebe Gottes erkaltet,
hätten so den Namen ‚Seelen‘ bekommen und seien zur Strafe dafür in die Körper
gebannt worden, der sei ausgeschlossen.“
Dieser
Glaubenssatz hat nach wie vor Gültigkeit.
(aus „Die Spielregeln oder das
Ende der Vernebelung“ von Hans Dienstknecht)
2) Die
Katharer waren zusammen mit den geistesverwandten Bogomilen die größte Ketzerbewegung
des Mittelalters. Die Glaubenslehre der Katharer beherbergte viele
urchristliche Elemente. Dazu gehörte auch die Reinkarnation. Sie lehnten die
Existenz einer jenseitigen Hölle ab, in die ein angeblich strafender Gott die
Sünder auf ewig verdammt, denn jeder Mensch sei sein eigener Richter im
Gesetz von Saat und Ernte. Auch im sündigsten Menschen sei das Licht Gottes
wirksam, das ihn in das Reich des Guten zurückführen würde.
(aus „HerzensLogik oder Die
gottgewollte Benutzung des Verstandes“
von Hans Dienstknecht)