Schwäche der Menschen .... Sünde .... Liebe ....
Schützet euch vor unsauberen Gedanken, Worten und
Handlungen, und ihr werdet recht wandeln vor Gott. Kein Gebot wird euch
gegeben, sondern nur Ermahnungen und Warnungen, die aber in euer Herz
gelegt werden als Stimme des Gewissens. Ihr seid im Besitz des freien
Willens und könnet sonach tun und lassen, was ihr wollt, und so könnet
ihr auch das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe unbeachtet lassen,
trotzdem es ein Gebot ist. Ebenso aber könnet ihr auch euren
Lebenswandel mehr oder weniger dem göttlichen Willen entsprechend
führen, denn dieser göttliche Wille setzt als letztes Ziel die
Vollkommenheit der Seele, und um diese zu erreichen, muß der Mensch an
sich arbeiten und alles ablegen, was seine Unvollkommenheit
kennzeichnet. Die Seele muß Herr werden über den Körper, sie muß dessen
Verlangen dem ihrigen anpassen, sie muß zur Höhe streben, also geistige
Güter höher einschätzen als irdische, sie muß die Welt überwinden und
das geistige Reich anstreben. Der einfachste Weg dazu ist die Liebe ....
Ein liebender Mensch wird stets mehr Verlangen haben nach geistigem Gut
als nach irdischen Freuden und irdischem Besitz. Er wird aber dennoch
die Welt nicht restlos überwinden, solange er noch inmitten der Welt
lebt. Und es wird ihm dies auch nicht zur Sünde angerechnet werden, nur
als ein Hindernis zum Erklimmen der letzten Sprosse auf der
Himmelsleiter. Und mit diesem Hindernis muß der Mensch selbst fertig
werden. Gott verdammet ihn nicht, sondern Er hilft ihm, sich frei zu
machen von Begierden und Lastern. Er weiß um die Schwäche der Menschen
und trägt diesen Rechnung, weil Er die Menschen liebt und ein liebender
Vater seinen Kindern gewähret, was ihnen nicht Schaden einträgt für die
Seele. Und so wird auch der Mensch schwache Stunden haben, und Gott wird
sie ihm nachsehen, Er wird ihn nicht verurteilen ob seiner Schwäche. Er
sündigt nicht, nur strebt er nicht die Höhe an, so er der Erde zu sehr
den Tribut zollet, und die Seelenarbeit danach muß desto intensiver
einsetzen, je mehr er der Welt angehört hat, d.h. seinem Körper
Erfüllung gab. Doch das Maß spricht nun mit, denn sowie das irdische
Verlangen das geistige Wirken überwiegt, bringt der Mensch sich selbst
um den Segen Gottes, und dann mangelt es ihm an Kraft zum Aufstieg ....
(14.5.1947) Wer aber mit Gott verbunden bleibt mitten im Strudel der
Welt, wer keine Gelegenheit ungenützt läßt und ständig darauf bedacht
ist, Gottes Gnade und Hilfe zu erbitten, wer mit jedem Anliegen zu Ihm
kommt um Rat, den wird Gott nicht fallenlassen in Stunden der Not des
Leibes und der Seele. Und Sein Hilfsmittel ist Liebe .... Wo Liebe ist,
gibt es keine Sünde, wo die Liebe aber fehlt, dort wird der Mensch
achten müssen auf sich und seine Gedanken. Er soll ständig sich selbst
kontrollieren, er soll sich nicht zum Sklaven seiner Triebhaftigkeit
machen, er soll sich zur Liebe erziehen, denn alles, was Liebe bezeuget,
ist edel und gut, und was Liebe vermissen läßt, kann leicht zur Sünde
werden. Gott aber sieht die Herzen der Menschen, und Er lenkt allzeit
die Gedanken der Seinen, Er wird nicht zulassen, daß sie in Sünde fallen
.... wie Er aber auch ein milder Richter sein wird den Schwachen, die
Ihn lieben .... Amen

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