Selbstüberhebung .... Wer sich selbst erhebt, wird erniedrigt werden .... Eigendünkel ....
Vermöge deiner Willensstärke geht dir ein Maß von Gnade zu,
das dich in den Zustand des inneren Friedens versetzen kann, denn das
Anrufen des Herrn in der Not verhallt nicht ungehört. Die geistige
Schwäche und innere Unzufriedenheit ist eine Folge von Lieblosigkeit,
und so wird allein vermehrte Liebe das alte Verhältnis zum himmlischen
Vater herstellen, und immer wird der Willen, zu Ihm zu gelangen, auch
die Liebetätigkeit anregen, und alle seelische Not wird behoben sein. So
gib dich nun voller Aufmerksamkeit unserem Einfluß hin und beginne: Wer
sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer danach trachtet,
vor der Welt zu glänzen, wird dereinst in bitterer Verlassenheit seines
irdischen Lebens gedenken. Es ist ungeheuer wichtig, den Weg des
Erden(leben = d. Hg.)s in Bescheidenheit und Erkenntnis der eigenen
Schwäche zu gehen, denn nur solche kann ihn der Höhe zuführen. Gerade
das Ankämpfen gegen Selbstüberhebung ist verdienstvoll für das Leben in
der Ewigkeit. Denn diese Überhebung war der Grund des Abfalls von Gott,
und (ist = d. Hg.) daher auch im Erdenleben die größte Gefahr für die
Seele. Wenn der Mensch sein eigenes Ich so hoch einschätzt, dann fehlt
die erste Grundbedingung seiner Höherentwicklung, und es müssen erst
unsagbar viele Geschehnisse leidvoller Art auf das Menschenkind
einwirken, um ihn erkennen zu lassen, wie wenig er selbst vermag und wie
nichtig er aus sich selbst ist ohne die Hilfe Gottes. Alle
Überheblichkeit wird schwinden angesichts des Todes, doch dann kann der
Mensch sein Erkennen nicht mehr erschöpfend ausnützen, dann ist seine
Gnadenzeit verstrichen, ohne ihm den Erfolg für die Seele gebracht zu
haben. Es sollte sich der Mensch jederzeit vor Augen halten, was ihm
aller Glanz und Reichtum, alle weltlichen Ehren und weltliches Ansehen
wohl nützet, so er plötzlich das Erdental verlassen müßte .... Nur im
Erkennen seiner eigenen Schwäche wächst der Mensch über sich hinaus,
denn dann erst wird er die Gnade des Herrn in Anspruch nehmen .... was
vermag der Mensch aus sich .... in Selbstüberhebung jedoch glaubt er,
alles aus eigener Kraft zu tun, und sein Eigendünkel steigt immer höher,
doch die Seele gerät mehr und mehr in Finsternis. Die Ersten werden die
Letzten sein .... so spricht der Herr, und wer nur immer diesen Worten
Glauben schenkt, wird sich wohl besinnen auf Erden .... Jede Gabe ist
ein Geschenk Gottes .... Was der Mensch ist und was er besitzt, hat er
allein nur seinem Schöpfer zu danken, und somit kann er nicht im
geringsten für sich den Verdienst in Anspruch nehmen, also auch
keineswegs sich selbst die Ehre geben, und aller Eigendünkel ist nur ein
Zeichen von geistiger Blindheit, und es wird daher das Licht jenen
nicht eher werden, bis sie die Wertlosigkeit der irdischen Schätze
erkannt haben und sich unvergänglichen Reichtum zu sammeln bemühen.
Alles weltliche Verlangen aufgeben, von Ehre und Ruhm Abstand nehmen und
sich in die Wunder der Schöpfung Gottes vertiefen wird dem Menschen
erst das innere Auge erschließen, und dann erkennt er die Größe Gottes
und die eigene Unwürdigkeit .... Er wird bitten und wird empfangen ....
und so wird er für ewig zum Vater zurückkehren, von Dem er sich selbst
in Selbstüberhebung abgewendet hat .... Amen

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