Aus der Welt des Scheins tritt die
Seele in die Welt des Seins, in die geistige Welt, die das eigentliche
Reich der Seele ist. Doch nicht immer vermag sie diese geistige Welt zu
erkennen, denn sowie sie unvollkommen von der Erde scheidet, nimmt sie
die Welt des Scheines noch hinüber, nur nicht mehr materiell, sondern
als gedankliche Phantome, also noch mehr Scheinwelt, die vor ihren Augen
in nichts vergeht, so sie die Güter in Besitz nehmen will. Für die
vollkommene Seele aber beginnt nun erst das wahre Leben, sie erkennt
sich selbst in ihrer Beschaffenheit, weiß um ihre geistige Aufgabe und
ist durch das Wissen erst zu einem Wesen geworden, das sich seiner Kraft
bewußt ist und darum auch glückselig ist. Sie weiß nun auch, daß
jegliche Entwicklungsphase zuvor nötig war, um das Ziel, das wahre Leben
der Seele, zu erreichen, sie weiß, daß zuvor es nur ein Scheinleben
war, ein Übergang aus den Sphären der Dunkelheit in die Sphären des
Lichtes; sie weiß, daß die Dunkelheit kein ewiger Zustand ist, während
das Licht ist und bleibt bis in alle Ewigkeit. Denn was einmal im Licht
steht, wird niemals mehr in die Dunkelheit zurückfallen, es wird ewig
leben und jeden Zustand zuvor als leblosen Zustand erkennen.... es hat
diesen Zustand überwunden und ist in die Welt des Seins zurückgekehrt,
von der es einstmals ausgegangen war.... Das Scheinleben will sich in
den Vordergrund stellen, und zumeist räumt die Seele ihm Macht ein über
sich, d.h., sie ist willig, alles das zu tun, was dem Körper die
Annehmlichkeiten des Scheinlebens verschafft, und sie tut für sich
selbst nichts, denn die Arbeit für sich wäre die Bemühung um das wahre
Leben, die sie aber völlig außer acht lässet. Und darum wird durch
Gottes Willen das Scheinleben immer wieder in aller Schwere an die Seele
herantreten; Gott Selbst will ihr zeigen, was die irdische Welt in
Wirklichkeit ist, indem Er den Körper oft in Not geraten läßt, indem Er
ihm nimmt, was er als wertvoll begehrt, indem Er zusammenfallen läßt,
was sich der Mensch aufgebaut hat, um ihm die Unbeständigkeit dessen zu
zeigen, was er zum Ziel seines eifrigen Strebens und seiner Erdenarbeit
macht. Er will ihn zur Erkenntnis führen, daß die irdische Welt nur eine
Scheinwelt ist, die keinerlei bleibenden Wert hat für ihn, um ihm die
Notwendigkeit der Arbeit an seiner Seele vor Augen zu führen, die ein
beständiges Leben sichert, ein Leben in der geistigen Welt, die nicht
nur scheint, sondern ist, was sie vorstellt.... die Welt des Lichtes, wo
alles kraftdurchströmt ist und glückselig, wo es kein Vergehen mehr
gibt, keinen Rückgang, keine Not und keine Unkenntnis, wo alles lebt und
tätig ist im Willen Gottes, Dessen Liebe das Vollkommene ungemessen
bedenkt und beglückt, das als Bewohner der geistigen Welt in inniger
Verbindung steht mit Gott und in der Erfüllung Seines Willens durch
immerwährende Tätigkeit seine höchste Beglückung findet in der Welt des
Seins.... in der Welt, die nimmermehr vergeht, sondern bleibt, was sie
ist, bis in alle Ewigkeit.... Amen

Wie beglückend. In Demut und Dankbarkeit ❤️
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