Aus Liebe zu Gott
Offenbarung vom 13. Juli 2019
Die Ansprache Gottes an den
Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung,
nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen
Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die
göttlichen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes,
der Geduld, der Liebe und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen
Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem
aber wirkt die Liebe als Träger aller Offenbarungen, ohne die ein echtes
Gotteswort nicht möglich ist.
Göttliche Offenbarung:
Meine
geliebten Söhne und Töchter, ihr wisst, dass es Mein größter Wunsch ist, alle
Meine Kinder – und Ich meine alle – zu Mir
zurückzuholen. Und das so rasch wie möglich. Es ist nicht nur Mein Wunsch,
dahinter steht Mein göttlicher Wille!
Dabei muss euch etwas klar sein, und zwar unabhängig
davon, wie lange ihr schon auf dem Weg zu Mir seid, oder wieviel Wissen ihr
euch schon angeeignet habt: Wenn ihr grundsätzlich an Mich als den Schöpfer
glaubt, aus dem alles hervorgegangen ist, dann kann es außer Mir keine Kraft
geben, die Mir gleicht!
Aus dieser logischen Schlussfolgerung ergibt sich für
die Denkwilligen unter euch eine äußerst wertvolle Erkenntnis: Ihr seid, wenn
ihr eure Vernunft gebraucht – als rechte Hand des Herzens, wie Ich es
immer wieder betone –, nicht darauf angewiesen, Behauptungen, Lehren und Dogmen
anzunehmen und anzuerkennen, ohne sie zu hinterfragen oder zu prüfen. Ihr seid,
ausgestattet mit der Gabe des Denkens und unter Einsatz eures freien Willens,
sehr wohl in der Lage, auf verantwortungsvolle Weise zu eigenem Wissen und
eigenen Entscheidungen zu kommen.
Ich spreche davon, dass ihr euch mehr und mehr der
Herzenslogik bedienen solltet, die euch zu freien Kindern Meiner Liebe macht.
Aus dem zu Beginn Gesagten ergibt sich dann auch, dass
Ich die Macht habe, das, was Ich geschaffen habe, für alle Zeit zu erhalten und
wieder, wenn es sich von Mir entfernt hat, zu Mir zurückzuholen. Wie kann dann
das, was eure Theologen lehren, stimmen, die von einer „ewigen Gottferne“ oder
„ewigen Verdammnis“ sprechen, wenn du dich gegen Mich stellst? Ich müsste dich
gehen lassen und für immer verlieren, obwohl es Mein Wille ist, dich
zurückzuholen???
Wäre das möglich, dann wäre dein Wille und der Wille
derjenigen, die dich zu einem solchen Aufbegehren oder zu einer solchen
Missachtung verführt haben, größer als Mein Wille – Ich müsste nachgeben und
dich deinem Schicksal in nicht endender Dunkelheit überlassen.
Du und die Gegensatzkräfte hätten gewonnen; ihr hättet
euch erfolgreich der größten Kraft der Schöpfung widersetzt!
Gebrauche, Mein Kind, in aller Liebe deinen Verstand.
Das ist nur ein Beispiel von vielen; es soll
euch lediglich klarmachen, über was für ein Instrument ihr mit der Herzenslogik
verfügt. Wenn ihr lernt, es anzuwenden, wird es euch in die innere Freiheit
führen. Ihr werdet damit nach und nach zu eigenständigen und selbstdenkenden
und -entscheidenden Wesen, die immer tiefer eintauchen in die Feinheiten der
Inneren Arbeit, und die an Meine Gesetzmäßigkeiten nicht nur glauben, sondern
sie erproben und ihre positiven Erfahrungen damit machen.
Ihr lernt auf diese Weise, selbst notwendige
Folgerungen zu ziehen, in erster Linie was euer Wesen, eure Beweggründe, eure
Absichten und Ziele, eure Ängste und Vorbehalte betrifft. Und in dem Maße, wie
ihr euch selbst kennenlernt, lernt ihr auch, euren Nächsten besser zu
verstehen. Erst dann nämlich seid ihr in der Lage, euren Nächsten lieben zu
lernen.
Mit einem weiteren Beispiel will Ich euch mitten in
euren Alltag führen; denn Meine Offenbarungen sollen euch nicht nur Mahnung und
Ermunterung sein. Sie sollen euch helfen, euer Wissen praktisch umzusetzen, so
dass ihr Veränderungen an und in euch und bei euren Mitmenschen, ganz allgemein
in eurem Umfeld, feststellen könnt. Ihr sollt erkennen, dass es mitnichten
damit getan ist, den „richtigen“ Glauben zu haben, auf Meine Gnade zu hoffen,
Gebote einzuhalten und im „Äußeren zu arbeiten“.
Ihr
sprecht oft davon, dass die Erde eine Schule ist. Dies anzuerkennen wird euch
aber wenig nützen, wenn ihr nicht den nächsten Schritt tut und überlegt, was
dies für euch bedeutet. Lasst uns, weil es dann für euch einfacher wird,
gemeinsam darüber nachdenken, welchen Nutzen ihr aus dieser Erkenntnis, aus
dieser Tatsache ziehen könnt.
Viele Fragen tun sich für denjenigen auf, der mehr
über sich und den Sinn seines Hierseins erfahren möchte:
Wie komme ich überhaupt in diese Schule? Wer hat mich
dort hineingeschickt? Habe ich dazu ja gesagt? Was gibt es hier zu lernen?
Erkenne ich, was ich lernen soll? Müssen alle das gleiche lernen? Wer gibt den
Lehrstoff vor? Habe ich die Freiheit, nicht oder nur das zu lernen, was mir
gefällt? Was geschieht, wenn ich mich stur oder widerborstig anstelle? Wer ist
der oder wer sind die Lehrer? Wer hilft mir, wenn mir etwas schwerfällt oder
ich nicht weiterkomme? Werden gute oder schlechte Noten verteilt, und falls ja,
von wem?
Die Liste solcher oder ähnlicher Fragen ließe sich
beliebig ergänzen. Aber allein diese wenigen Fragen reichen aus, um demjenigen
zu wertvollen Antworten zu verhelfen, der wirklich darum wissen möchte. Sie
erschließen allerdings ihren wahren Wert erst dann, wenn die Bereitschaft
vorhanden ist, die notwendigen Konsequenzen aus den Erkenntnissen zu ziehen;
ansonsten hinterlassen sie kein Echo in euch.
Das erfordert zugegeben ein klein wenig Mut. Es wird
aber dann kein großes Problem darstellen, wenn die Sehnsucht – und sei es nur
als kleine Flamme – in euch brennt, wieder zur Liebe werden und dadurch Mir
näher und näherkommen zu wollen.
Ihr wisst, dass Ich weder drohe noch strafe noch
verurteile, ganz gleich, wie ihr euch verhaltet. Ich liebe. Punkt. Ihr
könnt euch also ruhig und ohne Angst zu haben der Frage stellen, ob ihr euch
mit den aufgeworfenen Fragen und den sich daraus ergebenden Antworten überhaupt
auseinandersetzen möchtet. Die Antwort wäre für euch wichtig, nicht
für Mich; denn Ich kenne sie sowieso. Sie könnte euch aber einiges über euch
verraten und vielleicht auch das Bild ein wenig geraderücken, das ihr von euch
selbst habt. Wenn ihr denn wollt …
Es
gibt genügend Gründe dafür, warum sich eine Seele zur Inkarnation entschließt.
Die Regel, von der es aber viele Ausnahmen gibt, ist die, dass sie sich
weiterentwickeln möchte, wenn sie feststellt, dass dies dort, wo sie zur Zeit
lebt, kaum oder nicht in dem Maße möglich ist, wie von ihr angestrebt oder
gewünscht.1)
Der Hintergrund: Die Seele lebt im Jenseits in einer
Welt, die ihrem Reifegrad, ihrem Bewusstsein, ihrer Schwingung entspricht.
Herausforderungen, wie sie auf der Erde gegeben sind, herrschen dort nicht in
gleicher Weise vor. Die Seele ist mehr oder weniger unter „ihresgleichen“; sie
lernt dort zwar auch – falls sie das möchte –, aber der Faktor „Zeit“ fehlt in
den feinstofflichen Bereichen, was eine Entwicklung ungleich langsamer vor sich
gehen lässt als im Vergleich zu einem Erdenleben.
Wenn Ich den Begriff „Seele“ gebrauche, so heißt das
im übrigen nicht, dass es sich um ein nebulöses, geisterhaftes, mehr oder
weniger unpersönliches Wesen handelt, das sich irgendwo aufhält und dort
herumschwebt. So stellen es sich viele in ihrer Unkenntnis oft vor. Als Seele
lebst du, Mein Kind, genauso real, wie du dich jetzt als Mensch empfindest. Du
bist als Individuum einzigartig. Du fühlst, denkst, sprichst und handelst nicht
anders, als wie du es zu Lebzeiten auf der Erde getan hast. Anders
kannst du gar nicht; denn du konntest auch auf Erden nie anders handeln, als es
deiner inneren Entwicklung entsprach. Willst du anders handeln, musst
du dafür erst eine erweiterte oder neue Grundlage schaffen.
Hier wird der treffende Vergleich mit einer Schule
deutlich: Um etwas zu können, etwas auszuführen, etwas anders zu machen als
zuvor, muß erst eine neue Fähigkeit erworben werden. Das kann auf
unterschiedliche Weise geschehen.
Ich komme auf diesen entscheidenden Punkt noch zu
sprechen, weil er überaus wichtig ist, damit du dich und dein Tun richtig
verstehst. Vor allem aber: Damit du damit aufhörst, über deinen Nächsten
nachzudenken oder zu sprechen, meistens abwertend, und von ihm – und sei es nur
in Gedanken – etwas zu verlangen, zu dem er gar nicht in der Lage ist. Noch nicht.
Wird einer Seele ihre Stagnation oder ihre relativ
langsame, innere Entwicklung bewusst, kann in ihr der Wunsch entstehen, ein
schnelleres Wachstum erleben zu wollen. Hört sie auf den Rat ihres
Schutzengels, wird die neue Inkarnation gemeinsam vorbereitet, was den
Idealfall darstellt. „Ideal“ insofern, als ihr geistiger Begleiter aufgrund
seines Überblicks der Seele Zeitpunkt und Umfeld vorschlägt, die gute
Voraussetzungen dafür bieten, das zu lernen – unter Umständen aber auch das
abzutragen –, was dem Lichterwerden und der Stärkung der Seele dient. Dieser
Prozess wird auf Erden dann dadurch eingeleitet, dass der heranwachsende Mensch
mit entsprechenden Aufgaben konfrontiert wird. Sie sollen ihm helfen, sich das
anzueignen, was er bzw. seine Seele noch nicht in dem gewünschten Maße
entwickelt hat: zu lieben.
Denn in vielen Fällen hat die Seele erkannt, dass sie
in den Himmel nur dann wieder eintreten kann, wenn sie den Himmel, das heißt
die Liebe, wieder in sich erschlossen hat. Ich helfe ihr bei diesem Prozess,
indem Ich ihre Sehnsucht immer wieder entfache, soweit Mir das unter Beachtung
ihres freien Willens möglich ist. Oftmals trägt auch das Gesetz von Ursache und
Wirkung seinen Teil zu einer Besinnung bei.
Auch jede Seele hat den freien Willen. Sie kann die
Empfehlung ihres Schutzgeistes ignorieren – sofern sie aufgrund ihres
Eigenwillens eine Empfehlung nicht schon von vornherein abgelehnt hat – und
inkarnieren, wann und wie sie es möchte. Die Voraussetzungen sind dann
allerdings, aus menschlicher Sicht gesehen, nicht sehr günstig. Aus der Sicht
Meines Gesetzes passen sie immer; denn Ich habe stets die Entwicklung der Seele
im Auge, weil die Seele bzw. das in ihr lebende Geistwesen schlussendlich zu
Mir zurückkommt und nicht der materielle Körper des Menschen.
Doch es schmerzt Mich tief und sehr, wenn Ich sehe,
dass eine Inkarnation im Eigenwillen und lediglich zur Befriedigung noch
vorhandener Wünsche und Triebe erfolgt. Denn es bedeutet, dass es unter
Umständen für Mein Seelenkind ein schweres Erdenleben wird, das ausschließlich
vom Gesetz von Ursache und Wirkung diktiert wird. Ein starker Eigenwille,
bestärkt durch die Einflüsterungen der Finsternis und eine Unkenntnis oder
Ablehnung Meiner Gesetzmäßigkeiten, waren in solchen Fällen der Grund für die Entscheidung.
Doch aus welchen Gründen auch immer eine Seele
inkarniert: Die Risiken, sich zu belasten, aber auch die Chancen, zu lernen, zu
reifen und sich in der gelebten Liebe zu üben, sind immer vorhanden. Lediglich
die Voraussetzungen sind unterschiedlich. Aber diese sind nicht durch Mich
bestimmt worden, sondern durch das oder die Vorleben der Seele und durch ihre
Motivation.
Wem es immer noch nicht leichtfällt, an die durch
Meine Liebe und Barmherzigkeit geschaffene Möglichkeit der wiederholten Erdenleben
zu glauben, dem bleibt – sofern er durch die Lehren christlicher Kirchen
geprägt ist – als Alternative lediglich: Jede Seele inkarniert nur einmal in
einen Körper. Das aber würde bedeuten: Ich müsste bei jeder durch menschliches
Wollen oder Nichtwollen erfolgten Zeugung eine neue Seele erschaffen. Was
gleichzeitig heißt: Der Mensch zwingt Mich, eine Seele zu erschaffen, ob dies
nun Meine Absicht ist oder nicht ...2) Wo bleibt da Mein über allem
stehender Wille?
Auch dieses Beispiel kann als Übung in Herzenslogik
dienen. Es sei denn, die von Menschen erdachten Lehren erscheinen Meinem
Menschenkind eher als glaubwürdig und eher von Meiner ewigen Liebe getragen als
Meine Weisheit ...
Erinnert euch daran, dass jeder Moment, jeder Tag,
jedes Leben immer nur ein Glied in einer unendlichen langen Kette darstellen –
alles ist Evolution! –, dem viele Glieder vorausgingen und noch viele folgen
werden. Das momentane Glied dient gleichzeitig als Plattform für das, was
darauf aufgebaut wird, und was eure Zukunft bestimmt, was heißt: die noch
verbleibende Zeit eures jetzigen Daseins, euer Leben als Seele im
Jenseitigen und möglicherweise auch ein nächstes Erdenleben.
Es kann sehr fruchtbringend für euch sein, darüber in
einer stillen Stunde einmal nachzudenken und die Weichen ein klein wenig – oder
auch ein wenig mehr – anders zu stellen, falls ihr das für nötig erachtet.
Und
nun, Meine Söhne und Töchter? Ununterbrochen werden weltweit Kinder geboren, in
die Seelen inkarnieren. Jährlich sind dies Millionen und Abermillionen. Sie
alle haben sich, ebenso wie ihr, aus den unterschiedlichsten Gründen
entschlossen, einen nächsten Erdengang anzutreten. Auf einen winzig
kleinen Bruchteil von ihnen werdet ihr in eurem Leben treffen. Kann es
„Zufall“ sein, um welche Menschen es sich dabei handelt? Kann dies vielleicht
mit eurem Vorsatz zusammenhängen, in dieser Inkarnation etwas lernen zu wollen?
Wer soll euch die Lernaufgaben vorsetzen?
Sagt nicht vorschnell: „Das Leben als Schule“; werdet
konkreter. Sagt: „Das Leben tritt mir gegenüber in meinem
Nächsten und in den Situationen des Alltags, die es in ihrer Bedeutung für mich
zu erkennen gilt.“ Dann seid ihr nahe an der Wahrheit. Dann fehlt nur
noch das Wissen um die Lösungsmöglichkeiten und die Bereitschaft, diese auch zu
praktizieren.
Ihr werdet also während eurer Inkarnation oder in der
Regel auch während mehrerer Inkarnationen mit unzähligen Entwicklungsstufen in
eurem Umfeld konfrontiert, von denen keine der anderen gleicht. Ihr könnt auch
sagen: Kein Bewusstsein gleicht dem anderen. Ihr findet Menschen, die weiter
entwickelt sind; aber auch solche, die noch viel bis sehr viel zu lernen haben.
Wobei Ich von inneren Qualitäten spreche, von Herzensgüte, Nachsicht, Toleranz,
Demut, Geduld, Liebe, Barmherzigkeit und vielem mehr.
Und wo steht ihr? Was meint ihr? Was zeigt die Skala
an, wenn ihr als Maßstab das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe anlegt oder es
vielleicht sogar erweitert auf „Liebe deine Feinde“?
Wie immer auch das Ergebnis aussehen wird, wenn du
eine solche Bilanz ziehst: Ich liebe dich ohne Wenn und Aber, ohne
Einschränkungen, ohne Vorbehalte und ohne Bedingungen. Es gibt von Meiner
Seite aus nichts – absolut nichts –, was Meine Liebe zu dir einschränken
könnte. Sie bleibt dir auf ewig erhalten. In welchem Maße du diese unendliche
und selbstlose Liebe erfahren kannst, hängt nicht von Mir ab. Sie ist da, jetzt
und für alle Zeit. Doch das Maß, in dem sie fließen und in deinem Leben wirksam
werden kann, bestimmst du. Du hast den freien Willen.
Ich weiß sehr wohl, dass die Erdenschule für Meine
Kinder nicht leicht zu bewältigen ist, oft sogar eine große Herausforderung
darstellt. Aber es hat für dich einen Anlass dafür gegeben, überhaupt und
vielleicht gerade in dieser Zeit in die Materie zu gehen. Dass das Wissen darum
und auch um deine Vergangenheit abgedeckt ist, soll dir als Hilfe dienen,
unbeschwert von möglicherweise belastenden Erinnerungen an deine früheren Leben
die vor dir liegenden Möglichkeiten zu ergreifen und sie als Chancen zu nutzen.
Wenn du nun fragst, woher du wissen sollst, was es zu
lernen gilt, wenn du nicht weißt, was du dir vorgenommen hast, dann sage Ich
dir, dass das Gesetz der Anziehung punkt- und zeitgenau dafür sorgt, dass das
auf dich zukommt, was du zu lernen hast. Dein Nächster bekommt andere, seine
Aufgaben. Und es gibt eine weitere, ebenso kurze wie klare Antwort, mit der du
aber vielleicht nicht zufrieden bist: „Du sollst das lernen, was du noch nicht
kannst! Das, was dir noch schwerfällt.“ Wenn du es genauer wissen willst, Mein
geliebtes Kind, dann orientiere dich an dem Maßstab, den Ich dir als Jesus von
Nazareth mit Meinem Liebegebot gegeben habe.
Aber bedenke dabei: Ich sagte nicht „Du sollst deinem
Nächsten nichts Böses antun“. Ich sagte: „Du sollst deinen Nächsten lieben.“
Der Weg dorthin besteht wie alles, was du zu lernen
beginnst, aus kleinen Schritten. Mein Gebot stellt in seiner
unmissverständlichen und kompromisslosen Form sozusagen das Ziel deines Weges
dar, das du nicht morgen oder übermorgen schon erreicht haben musst. Aber es
ist wichtig, dass du die Notwendigkeit erkennst, mit Meiner Hilfe auf dieses
Ziel hinzuarbeiten. Die vielfachen Möglichkeiten und die idealen Umstände für
diese Arbeit – wobei Mir dein ehrliches Bemühen reicht, wie Ich schon oft
betonte – bietet dir dein Nächster, der dir als Spiegel zeigt, was noch als
verbesserungsbedürftig in deiner Seele und damit in deinem Charakter liegt.
Wie könntest du dich in ihm als Spiegel erkennen, wenn
du dich nicht an ihm reiben, dich nicht über ihn ärgern oder dich nicht über
sein Verhalten aufregen würdest, weil es in deinen Augen falsch oder dich
störend ist? Wenn du alleine auf einer Insel leben würdest: Wo blieben da die
Anstöße zur Selbsterkenntnis, die – sogar nach euren eigenen Aussagen – den
ersten Schritt zur Besserung darstellen?
So aber lebst du nicht in einem „luftleeren Raum“,
sondern mitten drin im Leben; mitten drin in einer Gruppe, in einem Pulk, der
aus den unterschiedlichsten Entwicklungsstufen besteht. Und das hat seinen
guten Grund, denn nur so ist es möglich, die Liebe zu allen und zu allem
zu üben und schließlich zu erlernen – als Grundvoraussetzung dafür, auf der
nächsten Sprosse deiner ganz persönlichen „Jakobsleiter“ den nächsten Schritt
in Richtung deiner himmlischen Heimat zu tun.
Für die allermeisten Menschen entsteht dabei ein
Problem, das aber nicht durch Mich geschaffen wurde, sondern durch Unkenntnis
bedingt ist: Sie befinden sich – bildlich gesprochen – in einer riesengroßen
Schulklasse, ohne über den Sachverhalt der buntgemischten Schülerschar
aufgeklärt worden zu sein. Sie wissen nicht, dass hier Erstklässler,
Grundschüler, Abiturienten, Studierende und Professoren gleichermaßen und
gleichzeitig unterrichtet werden. Daher entstehen als Folge Ungeduld,
Unverständnis, Abwertung und Verurteilung.
Hinzu kommt, dass ihr oft auf das hereinfallt, was
euer „Schulbank-Nachbar“ sagt und darstellt, obwohl es nicht fundiert, sondern
nur aufgesetzt ist. Ihr habt vielfach noch nicht gelernt, tiefer zu schauen, in
die Worte hineinzuhören und somit euren Nächsten wirklich zu erkennen.
Ansonsten würdet ihr wissen, wie es um seine inneren Reife tatsächlich bestellt
ist. Dann würdet ihr nichts von ihm erwarten, verlangen und gar von ihm
fordern, was er noch nicht erfüllen kann.
Erinnert euch an das, was Ich zuvor gesagt habe: …
dass keiner anders handeln kann, als er kann! Zuvor muss eine
Entscheidung und Kurskorrektur erfolgen. Und selbst wenn dein Nächster –
theoretisch – anders handeln könnte, es aber nicht tut, so macht er damit
lediglich Gebrauch von dem Geschenk des freien Willens. Das mag dich stören,
doch es ist kein Grund für abschätzige Kritik.
Ich sage dir: Es ist das Leben deines Nächsten, das er
selbst gestaltet. Wenn du ihm etwas Gutes tun willst, dann sei ihm Vorbild.
Aber denke nicht, vor allem nicht negativ, über ihn und sein Verhalten nach.
Wenn du es noch etwas deutlicher verträgst: Was geht dich das Tun und Lassen
deines Nächsten an!? Regt sich nicht auch deshalb manchmal Widerstand in dir
und erzeugt in dir eine gewisse Hilflosigkeit, weil es dir an Möglichkeiten und
vielleicht auch am erforderlichen Mut fehlt, notwendige Konsequenzen zu ziehen?
Ich kenne deinen Nächsten in der tiefsten Tiefe seines
Wesens, Ich gebe ihm alle Hilfen, die er braucht und annehmen möchte, aber Ich
lasse ihn, wie er ist – und liebe ihn dennoch. Wäre es nicht einen Versuch wert
zu beginnen, ähnlich zu denken und zu handeln? Ich helfe dir dabei, sofern die
Notwendigkeit – Ich sage dies mit einem Schmunzeln – überhaupt besteht.
Auf einen kurzen Nenner gebracht: sehen, hören und
erkennen = ja, abwerten und verurteilen = nein.
Das geht aber nur, wenn du die gleiche Eigenschaft,
die dich an deinem Nächsten stört, in dir schon weitgehend bearbeitet und mit
Meiner Hilfe umgewandelt hast. Denn du kannst an deinem Nächsten nicht lieben,
was dir an dir selbst noch als fehlerhaft und unangemessen erscheint.
Hole dir noch einmal das Bild der Schulkasse vor
Augen, nachdem du jetzt weißt, dass hier alles versammelt ist, egal ob groß
oder klein, arm oder reich, ungebildet oder gebildet, friedvoll oder aggressiv.
Anstatt auf die herabzusehen, denen das Lernen noch schwerfällt, weil sie in
deinen Augen noch nicht oder sogar noch lange nicht so weit sind, könntest du
anfangen, deinen Brüdern und Schwestern zu helfen; am besten dadurch, dass du
es richtig vormachst und es ihnen aber gleichzeitig überlässt, ob sie deinem
Beispiel folgen wollen oder nicht. Ein Wort aus Meiner Weisheit kann dir dabei
helfen, die richtige Einstellung nicht zu vergessen:
Du bist für die Saat verantwortlich, nicht für die
Ernte.
Und an denen, die schon ein Stückchen weiter sind,
könntest du dich orientieren, dich durch ihre Fortschritte ermutigen lassen und
dabei alle Gedanken an die Seite tun und auflösen, die ein freudvolles Bemühen
deinerseits blockieren.
Ich
habe Mein heutiges Offenbarungswort damit begonnen, euch die Wichtigkeit und
Notwendigkeit vor Augen zu führen, dass ihr euch immer öfter in der
Herzenslogik übt. Ihr sollt freie Kinder Meiner Liebe werden. Allein aus der
Tatsache, dass es keine ewige Verdammnis gibt – schon deshalb nicht, weil dies
mit Meiner Liebe nicht vereinbar ist –, kann jeder, der guten Willens ist,
folgern, dass Ich Möglichkeiten gefunden habe, trotz aller Ablehnung und trotz
allen Widerstands ein jedes Meiner Kinder wieder heimfinden zu lassen.
Eure Schriftgelehrten, die Meinen Worten keinen
Glauben schenken und meinen, sie wüssten es besser, können gerne mit Mir in
ihrem Inneren darüber sprechen.
Warum Ich Meine Kinder heimhole, und wie Mein Gesetz
arbeitet, und zwar fehlerfrei, habe Ich euch anhand einiger Beispiele
aufgezeichnet. Mein Gesetz hat aber natürlich noch viel mehr, unendlich viel
mehr Facetten. Sie alle aufzuzeigen, würde euer Auffassungsvermögen übersteigen
und wäre deshalb ohne Wert. Manche von euch, deren Intellekt noch sehr
ausgeprägt ist, würden dies zwar begrüßen, aber sie vergessen dabei, dass es
nicht darum geht, euer verstandesmäßiges Denken zufrieden zu stellen.
Es ist das Herz, das Ich ansprechen möchte.
Liebe Mein Kind,
wo immer es dir möglich ist; zumindest bemühe dich darum, Mein Liebegebot
Schritt für Schritt in deinem Alltag umzusetzen. Ich habe von den
Lösungsmöglichkeit gesprochen, die dir zur Verfügung stehen, und von deiner
Bereitschaft, sie zu praktizieren. Das bedeutet: Bemühe dich, Mich mehr und
mehr an die erste Stelle zu setzen. Das hört sich theoretisch an, aber es
bedeutet: Lass dich nicht irritieren davon, was andere dir als wichtig und
heilsnotwendig erzählen. Der Wunsch und das anschließende Bemühen, mit Mir zu
leben, bringen dich Meinem Herzen näher.
Du weißt, dass die Liebe die „Eintrittskarte“ für den
Himmel darstellt. Aber du wirst nicht zur Liebe durch die Einhaltung von
Verboten und Vorschriften, auch nicht durch die Mitgliedschaft in einer
kirchlichen Gemeinschaft oder das Ausüben diverser Riten und übernommener
Traditionen. Auch nicht dadurch, dass du zuallererst aufhörst, gegen deine
Schwächen, die noch menschlich an dir sind, im Eigenwillen anzugehen.
Du wirst wieder zur Liebe, wenn du das befolgst, was
Ich als Jesus von Nazareth gelehrt habe: liebe – und sonst nichts.
Alles andere ergibt sich als Folge, wenn die entsprechende Absicht vorhanden
ist. Aber es hilft dir kaum oder nicht weiter, wenn du glaubst, die Reihenfolge
umkehren zu müssen. Amen
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