Kundgabe Nr.1937 erhalten von Bertha Dudde am 03.06.1941 durch das Innere Wort.
Der geistige Stillstand wird dann
eintreten, wenn des Menschen Wille zu schwach ist, Hindernisse zu
überwinden. Es können keinerlei Erfolge verzeichnet werden. Es ist zwar
alles abhängig von der Gnade Gottes, doch muß der Mensch das seinige
dazu tun, um eben mit Gnade reich bedacht zu werden, er muß wollen und
um Kraft bitten, dann strebt er zur Höhe. Es gibt keinen Weg, der den
Willen des Menschen ausschaltet, und also muß der Wille zuerst tätig
werden. Davon kann der Mensch nicht entbunden werden. Sowie nun die
Gnade Gottes als Erstes bezeichnet wird, würde der Mensch davon
entbunden werden, seinen Willen tätig werden zu lassen. Und es ist dies
ein Irrtum, der wieder weitere Irrtümer nach sich zieht. Wohl hat die
Gnade und Barmherzigkeit Gottes den Menschen erfaßt, daß sie ihm alle
Möglichkeiten zur letzten Erlösung gibt. Denn eine unfaßbare Gnade
Gottes ist es, daß der Mensch den Erdenlebenswandel zurücklegen darf, um
wieder zu Gott zu gelangen.... Im Stadium des freien Willens aber ist
der freie Wille allein entscheidend, ob ihm weitere Gnade zugeht oder
nicht, ansonsten ja das Erdenleben keine Probezeit wäre, die der Mensch
zu bestehen hat. Gott will die reine Wahrheit zur Erde leiten. Also muß
Er Aufklärung geben dort, wo die Menschen irren oder geirrt haben. Er
muß richtigstellen, was bisher falsch erfaßt wurde, denn Er will trennen
die Wahrheit von der Lüge. Setzet der Mensch dem göttlichen Bemühen,
ihn in die Wahrheit zu leiten, Widerstand entgegen, so läßt er zwar auch
seinen Willen tätig werden, doch in Gott-gegnerischer Weise, und es
kann nie in ihm klarwerden. Gott gab dem Menschen die Fähigkeit,
nachdenken und eine freie Entscheidung treffen zu können. Dies wieder
ist Gnade Gottes, die freie Entscheidung nun ist jedoch wieder vom
Willen des Menschen abhängig, also muß der Mensch wollen, daß die
Gnade Gottes an ihm wirksam werde.... Sein Wille öffnet das Herz, daß
es empfänglich ist für die Gnade Gottes, und sein Wille muß die Gnade
Gottes auch nützen.... Diese klare Erkenntnis läßt den Menschen erst
verantwortungsbewußt werden, während die bisherige falsche Auffassung,
daß der Mensch nichts vermag ohne die göttliche Gnade.... daß diese erst
den Willen des Menschen veranlaßt.... den Drang zur Tätigkeit in ihm
erlahmen läßt. Es könnte dann auch nicht von einem freien Willen des
Menschen gesprochen werden, wenn Gott Selbst diesen Willen beeinflussen
würde durch Vermittlung Seiner Gnade. Die Hilfsmittel stehen zwar dem
Menschen unbegrenzt zur Verfügung, also es wird ihm leichtgemacht, den
Willen tätig werden zu lassen, doch letzteres muß der Mensch tun aus
eigenem Antrieb. Der eigentliche Zweck des Lebens ist die Entscheidung
des Menschen im freien Willen für oder gegen Gott.... Folglich wird Gott
niemals dieser Entscheidung vorgreifen, indem Er den Willen des
Menschen bestimmt, denn es wäre dann wahrlich der Zweck des Erdenlebens
verfehlt. Und darum geht den Menschen immer wieder Kunde zu, auf daß sie
aufmerken und sich lösen von dem, was Irrtum ist, was menschliche
Vorstellung und menschliche Auslegung zu einem Irrtum werden ließ, ohne
daß es Absicht war, bewußt Irrtum zu verbreiten. Doch es fällt
verständlicherweise gerade diese Auslegung, daß Gott Selbst es ist, Der
den Menschen zum Willen bestimmt, schwer ins Gewicht, denn sie führt ihn
in falsches Denken. Es wird weder die Gottheit recht erkannt noch das
Verantwortungsbewußtsein des Menschen gestärkt.... Er verläßt sich
zuletzt nur auf die göttliche Gnade, die den Menschen erfaßt, je nach
göttlichem Willen.... die ihm zufließt, sofern Gott dem Menschen Gnade
zugedacht hat. Dann aber würde er auch nicht zur Verantwortung gezogen
werden können, wenn er nicht das Ziel erreicht, das ihm gestellt
wurde zu Beginn seiner Verkörperung. Nur im freien Willen ist der Kern
zu finden; wer jedoch den freien Willen des Menschen streitet, der sieht
sich an als eine Marionettenfigur, die stets und ständig von einer
höheren Macht gelenkt wird, ohne selbst irgendwie dabei tätig zu sein.
Gottes Weisheit und Liebe schaltet eine Unfreiheit des Willens aus, weil
sonst eine Höherentwicklung der menschlichen Seele unmöglich wäre und
es nicht des langen Ganges auf Erden bedürfte, wenn Gottes Wille die
Anwärter des Gottesreiches aussuchen möchte, indem Er diesen Seine Gnade
zuführt, die dann den von ihr ergriffenen Menschen sicher in das
Himmelreich leitet....
Amen
Dies ist eine Originalkundgabe von Bertha Dudde
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