Karfreitag ....
Über alle Maßen leidvoll war der Kreuzgang Jesu und Sein
Sterben am Kreuz .... Und sollte euch Menschen dieses Leid so offenbar
gemacht werden, daß ihr es fassen könntet, ihr würdet wahrlich vor
Entsetzen vergehen und es nicht begreifen können, daß ein Mensch ein
solches Maß ertragen konnte. Aber es war die Kraft der Liebe, die
solches ertrug für die Mitmenschen, die unter der Knechtschaft des
Satans standen und die Er aus dieser Knechtschaft befreien wollte. Der
Mensch Jesus ersah kraft Seines hohen Liebegrades das unermeßliche Leid
der gesamten Menschheit unter der Herrschaft des Satans. Und dieses
erbarmte Ihn, so daß Er alles auf Sich nehmen wollte, um nur für die
Menschen die Leiden zu verringern und ihnen den Weg frei zu machen zu
ihrem himmlischen Vater, Den sie einstens freiwillig verlassen hatten
und darum in die Hände des Gegners gefallen sind. Er wußte um die endlos
große Sünde des Abfalls von Gott, wie Er aber auch wußte, daß niemals
die Menschen fähig waren, für diese Sünden Genugtuung zu leisten. Und
also bedeutete diese Unfähigkeit auch ewige Trennung von Gott, vom
Vater, als Dessen Kinder sie einstens ausgegangen waren in höchster
Vollkommenheit. In Seiner endlosen Liebe zu Gott und auch zu den
gefallenen Brüdern suchte Er, diese wieder zu vereinen und Er war
bereit, den höchsten Preis dafür zu zahlen .... das Erlösungswerk am
Kreuz darzubringen als Sühneopfer für die große Schuld des einst
Gefallenen. Der Mensch Jesus aber barg eine Seele aus dem Reiche des
Lichtes .... Diese aber mußte in der Form eines schwachen Menschen jenes
Werk der Tilgung der Schuld vollbringen, was soviel bedeutete, als daß
die Größe der Schuld in keinem Verhältnis stand zu dem Maße von Qualen
und Leiden, die ein Mensch zu ertragen fähig war, und nimmermehr
hätte ein menschlicher Körper das aushalten können, was der Mensch Jesus
auf Sich nahm, wenn Dieser nicht durch Seine übergroße Liebe auch über
ein Maß von Kraft verfügt hätte, die Ihn dazu befähigte, den
qualvollsten Tod am Kreuz zu sterben nach maßlosen Leiden und Schmerzen
zuvor, die für jeden anderen Menschen schon genügt hätten, ihm das
irdische Leben zu nehmen. Doch Jesus wollte leiden um der Menschen
willen, und die Kraft Seiner Liebe hielt durch bis zum Ende .... Aber
das Leid war unermeßlich und für euch Menschen nicht faßbar, und nur,
weil die Liebe dieses Opfer darbrachte, nahm Gott es an, und Er
ließ es zu, daß sich über einen reinen, sündenlosen Menschen die
Peiniger als Abgesandte des Satans stürzten und Ihm immer neue Schmerzen
und Wunden zufügten, um Seine Leiden zu erhöhen. Es war wirklich ein
Akt größter Erbarmung, der nur damit zu erklären ist, daß Jesus auch die
entsetzliche geistige Not sah, der die Menschen entgegengingen, und Er
sie von dieser Not erlösen wollte. Das Erdenleben wird einmal beendet,
aber das geistige Leben dauert an, und Er übersah dieses geistige Leben
in all seiner Qual und Gebundenheit. Er wußte, daß es daraus keine
Rettung mehr gab, daß die Menschen selbst sich nicht daraus retten
konnten, daß zuvor die große Schuld bezahlt werden mußte, wozu die
Menschen selbst nicht fähig waren .... Und dieses Wissen bewog Ihn zu
Seinem Erlösungsplan mit allen seinen Qualen und Leiden, mit aller Angst
und dem bittersten Leiden und Sterben am Kreuz. Ganz bewußt ist Jesus
in den Tod gegangen, und gerade das Wissen zuvor hat Sein Leid noch ums
Vielfache erhöht, weil Er als Mensch die gleichen Ängste und Schmerzen
erdulden mußte, also keine Minderung derer hatte durch Seine
Göttlichkeit .... Denn die Gegenwart Gottes in Ihm hatte nicht Seinen
Willen bestimmt, der bis zum Ende völlig frei sich entscheiden mußte,
was ebendie bittersten Kämpfe und Überwindungen kostete, bevor der
letzte Akt des Erlösungswerkes vor sich ging. Aber Er hatte den Kampf
bestanden, Er gab Sein Leben freiwillig hin am Kreuz, denn er hatte bis
zum Ende die Macht, alles von Sich abzuwenden, doch Er gebrauchte diese
Macht nicht mehr, sondern litt und starb unter entsetzlichen Schmerzen,
um das Erlösungswerk zu vollbringen .... um die Menschheit vor Gott
wieder zu entsühnen und ihr den Weg frei zu machen zum Vater, der ihr
bis dahin verschlossen war .... Denn die Liebe Jesu zu Seinen gefallenen
Brüdern war endlos und diese Liebe nahm alles auf sich, um ihnen Hilfe
zu bringen, um sie zu erlösen von Sünde und Tod ....
Amen

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