Empfangen von Maria Valtorta durch das Innere Wort.
Der Weg Marias ...
Ich habe die Wege der
beiden Sünder rückwärts durchlaufen: ich habe gehorcht, in jeder Beziehung
gehorcht. Ich habe die Jungfräulichkeit geliebt, die mich gleichmachte der
Reinheit der Stammutter, bevor sie Satan kannte. Gott verlangte von mir, Braut
zu werden. ich habe gehorcht, indem ich die Ehe zu dem Grad der Reinheit erhob,
den sie im Gedanken Gottes hatte, als er die Stammeltern schuf. Ich war
überzeugt, zur Einsamkeit im Ehestand bestimmt zu sein und zur Verachtung durch
die Menschen wegen meiner heiligen Kinderlosigkeit. Da forderte Gott von mir,
Mutter zu werden. Ich gehorchte. Ich habe geglaubt, daß es möglich sei und daß
dieses Wort von Gott komme, weil sich in mir Friede ausbreitete, als ich es
hörte.
Ich habe nicht gedacht:
"Das habe ich verdient." Ich habe mir nicht gesagt: "Jetzt wird
die Welt mich bewundern, denn ich bin Gott ähnlich, weil ich das Fleisch Gottes
gebären werde." Nein, ich habe mich selbst vernichtet in der Demut. Die
Freude ist in meinem Herzen aufgeblüht wie ein blühender Rosenstock. Aber er
zierte sich sofort mit spitzen Dornen und wurde eingezwängt in das Gewirr des
Schmerzes, wie Zweige, die umringt sind von den Schlingen der Zaunwinde.
Schmerz über den Schmerz des Bräutigams: sieh, das war die Bedrängnis in meiner
Freude. Schmerz über die Schmerzen meines Sohnes: sieh, die Dornen meiner
Freude. Eva wollte das Vergnügen, den Triumph, die Freiheit. Ich nahm den Schmerz,
die Vernichtung, die Sklaverei an. Ich verzichtete auf ein stilles Leben, auf
die Achtung von seiten meines Bräutigams, auf meine eigene Freiheit. Ich hielt
nichts für mich zurück.
Ich wurde die Magd Gottes
im Fleisch, im sittlichen Verhalten, im Geist, indem ich mich ihm nicht nur in
der jungfräulichen Empfängnis anvertraute, sondern auch in der Verteidigung
meiner Ehre, in der Tröstung meines Bräutigams und in der Suche nach einem
Mittel, um auch ihn an der Heiligung der Ehe teilhaftig werden zu lassen und
aus uns jene zu machen, die dem Mann und der Frau die verlorene Würde
wiedergeben. Ich nahm den Willen des Herrn an für mich, für meinen Bräutigam
und für mein Kind. Ich sagte ja für alle drei, sicher, daß Gott seine
Versprechen nicht Lügen strafen würde: er hatte mir beigestanden in meinem
Schmerz als Braut, die sich als schuldig verurteilt sah; in meinem Schmerz als
Mutter, die sich erwählt wußte, einen Sohn zu gebären, um ihn den Schmerzen
auszuliefern.
"Ja", habe ich
gesagt. Ja, und das genügte. Dieses Ja hat das Nein Evas gegenüber dem Gebot
Gottes aufgehoben. Ja, Herr, wie du willst. Du wirst mir deinen Willen
mitteilen. Ich werde leben, wie du willst. Ich werde mich freuen, wenn du es
willst. Ich werde leiden, wofür du willst. Ja, immer ja, mein Herr, vom
Augenblick an, in dem dein Strahl mich zur Mutter machte bis zu dem Augenblick,
in dem du mich zu dir riefst. Ja, immer ja! Alle guten Eigenschaften des
Fleisches, alle guten Sitten hatten in meinem "Ja" ein
unüberbietbares gutes Beispiel. Und darüber, wie auf einem Sockel aus
Diamanten, erhebt sich mein Geist, dem zwar die Flügel fehlen, um zu dir zu
fliegen, der aber der Herr seines ganzen Ichs und dein Knecht ist. Knecht in
der Freude, Knecht im Schmerz. Aber lächle, o Gott! Und sei glücklich! Die
Schuld ist besiegt. Sie ist überwunden, sie ist zerstört. Sie liegt unter
meiner Ferse, sie ist gewaschen mit meinen Tränen, zerstört von meinem
Gehorsam. Aus meinem Schoß wird der neue Baum entspringen, der die Frucht
trägt, die alles Böse kennenlernen wird, weil sie es selbst durchleiden muß,
und alles Gute bringen wird. Zu ihr werden die Menschen kommen können, und ich
werde glücklich sein, wenn sie sie pflücken, auch ohne daran zu denken, daß sie
von mir geboren wurde. Wenn nur der Mensch gerettet und Gott geliebt wird! Es
geschehe seiner Magd das, was mit der Scholle geschieht, aus der ein Baum
wächst: eine Stufe, um aufzusteigen.»
Ein Unterkommentar:
Maria: «Man muß
immer Stufe sein, um andere zu Gott emporsteigen zu lassen. Wenn sie uns auch
treten, es macht nichts. Wenn es ihnen nur gelingt, zum Kreuz zu gelangen. Es
ist der neue Baum, der die Frucht der Erkenntnis des Guten und des Bösen trägt;
denn es sagt dem Menschen, was böse ist und was gut ist, damit er wählen und
leben kann, und lehrt ihn zu gleicher Zeit, aus sich einen Saft zu bilden, mit
dem er alle die zu heilen vermag, die sich in der Berührung mit dem Bösen
vergiftet haben.
Möge
unser Herz unter die Füße der Menschen geraten, wenn nur die Zahl der Erlösten
wächst und das Blut meines Jesu nicht vergeblich vergossen worden ist! Das ist
das Los der Magd Gottes. Aber dann dürfen wir im Kreis der Gläubigen die
heilige Hostie empfangen und zu Füßen des Kreuzes, benetzt von seinem Blut und
von unseren Tränen, sagen: "Sieh, o Vater, die unbefleckte Hostie, die wir
dir aufopfern für das Heil der Welt. Blicke auf uns, o Vater, die wir verbunden
sind mit ihm, und aufgrund seiner unendlichen Verdienste gib uns deinen
Segen!"
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