Freitag, 8. Dezember 2017

Der Weg Marias .....


Empfangen von Maria Valtorta durch das Innere Wort.

Der Weg Marias ...

Ich habe die Wege der beiden Sünder rückwärts durchlaufen: ich habe gehorcht, in jeder Beziehung gehorcht. Ich habe die Jungfräulichkeit geliebt, die mich gleichmachte der Reinheit der Stammutter, bevor sie Satan kannte. Gott verlangte von mir, Braut zu werden. ich habe gehorcht, indem ich die Ehe zu dem Grad der Reinheit erhob, den sie im Gedanken Gottes hatte, als er die Stammeltern schuf. Ich war überzeugt, zur Einsamkeit im Ehestand bestimmt zu sein und zur Verachtung durch die Menschen wegen meiner heiligen Kinderlosigkeit. Da forderte Gott von mir, Mutter zu werden. Ich gehorchte. Ich habe geglaubt, daß es möglich sei und daß dieses Wort von Gott komme, weil sich in mir Friede ausbreitete, als ich es hörte.
Ich habe nicht gedacht: "Das habe ich verdient." Ich habe mir nicht gesagt: "Jetzt wird die Welt mich bewundern, denn ich bin Gott ähnlich, weil ich das Fleisch Gottes gebären werde." Nein, ich habe mich selbst vernichtet in der Demut. Die Freude ist in meinem Herzen aufgeblüht wie ein blühender Rosenstock. Aber er zierte sich sofort mit spitzen Dornen und wurde eingezwängt in das Gewirr des Schmerzes, wie Zweige, die umringt sind von den Schlingen der Zaunwinde. Schmerz über den Schmerz des Bräutigams: sieh, das war die Bedrängnis in meiner Freude. Schmerz über die Schmerzen meines Sohnes: sieh, die Dornen meiner Freude. Eva wollte das Vergnügen, den Triumph, die Freiheit. Ich nahm den Schmerz, die Vernichtung, die Sklaverei an. Ich verzichtete auf ein stilles Leben, auf die Achtung von seiten meines Bräutigams, auf meine eigene Freiheit. Ich hielt nichts für mich zurück.
Ich wurde die Magd Gottes im Fleisch, im sittlichen Verhalten, im Geist, indem ich mich ihm nicht nur in der jungfräulichen Empfängnis anvertraute, sondern auch in der Verteidigung meiner Ehre, in der Tröstung meines Bräutigams und in der Suche nach einem Mittel, um auch ihn an der Heiligung der Ehe teilhaftig werden zu lassen und aus uns jene zu machen, die dem Mann und der Frau die verlorene Würde wiedergeben. Ich nahm den Willen des Herrn an für mich, für meinen Bräutigam und für mein Kind. Ich sagte ja für alle drei, sicher, daß Gott seine Versprechen nicht Lügen strafen würde: er hatte mir beigestanden in meinem Schmerz als Braut, die sich als schuldig verurteilt sah; in meinem Schmerz als Mutter, die sich erwählt wußte, einen Sohn zu gebären, um ihn den Schmerzen auszuliefern.
"Ja", habe ich gesagt. Ja, und das genügte. Dieses Ja hat das Nein Evas gegenüber dem Gebot Gottes aufgehoben. Ja, Herr, wie du willst. Du wirst mir deinen Willen mitteilen. Ich werde leben, wie du willst. Ich werde mich freuen, wenn du es willst. Ich werde leiden, wofür du willst. Ja, immer ja, mein Herr, vom Augenblick an, in dem dein Strahl mich zur Mutter machte bis zu dem Augenblick, in dem du mich zu dir riefst. Ja, immer ja! Alle guten Eigenschaften des Fleisches, alle guten Sitten hatten in meinem "Ja" ein unüberbietbares gutes Beispiel. Und darüber, wie auf einem Sockel aus Diamanten, erhebt sich mein Geist, dem zwar die Flügel fehlen, um zu dir zu fliegen, der aber der Herr seines ganzen Ichs und dein Knecht ist. Knecht in der Freude, Knecht im Schmerz. Aber lächle, o Gott! Und sei glücklich! Die Schuld ist besiegt. Sie ist überwunden, sie ist zerstört. Sie liegt unter meiner Ferse, sie ist gewaschen mit meinen Tränen, zerstört von meinem Gehorsam. Aus meinem Schoß wird der neue Baum entspringen, der die Frucht trägt, die alles Böse kennenlernen wird, weil sie es selbst durchleiden muß, und alles Gute bringen wird. Zu ihr werden die Menschen kommen können, und ich werde glücklich sein, wenn sie sie pflücken, auch ohne daran zu denken, daß sie von mir geboren wurde. Wenn nur der Mensch gerettet und Gott geliebt wird! Es geschehe seiner Magd das, was mit der Scholle geschieht, aus der ein Baum wächst: eine Stufe, um aufzusteigen.»

Ein Unterkommentar:
Maria: «Man muß immer Stufe sein, um andere zu Gott emporsteigen zu lassen. Wenn sie uns auch treten, es macht nichts. Wenn es ihnen nur gelingt, zum Kreuz zu gelangen. Es ist der neue Baum, der die Frucht der Erkenntnis des Guten und des Bösen trägt; denn es sagt dem Menschen, was böse ist und was gut ist, damit er wählen und leben kann, und lehrt ihn zu gleicher Zeit, aus sich einen Saft zu bilden, mit dem er alle die zu heilen vermag, die sich in der Berührung mit dem Bösen vergiftet haben.
Möge unser Herz unter die Füße der Menschen geraten, wenn nur die Zahl der Erlösten wächst und das Blut meines Jesu nicht vergeblich vergossen worden ist! Das ist das Los der Magd Gottes. Aber dann dürfen wir im Kreis der Gläubigen die heilige Hostie empfangen und zu Füßen des Kreuzes, benetzt von seinem Blut und von unseren Tränen, sagen: "Sieh, o Vater, die unbefleckte Hostie, die wir dir aufopfern für das Heil der Welt. Blicke auf uns, o Vater, die wir verbunden sind mit ihm, und aufgrund seiner unendlichen Verdienste gib uns deinen Segen!"

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