Ein Offener Brief Gottes an Seine Erdenkinder
(von Pastor Joh.W. Matutis, Berlin)
Es ist noch gar nicht lange her, als die „Twin-Towers‟ [zwei von sieben Türmen des „World Trade Centers‟] in New York zusammenstürzten ‒ seitdem klingt Mir eure Frage im Ohr: „Wo warst Du da, lieber Gott?‟
Es ist noch gar nicht lange her, als die „Twin-Towers‟ [zwei von sieben Türmen des „World Trade Centers‟] in New York zusammenstürzten ‒ seitdem klingt Mir eure Frage im Ohr: „Wo warst Du da, lieber Gott?‟
Ich
hörte euren vorwurfsvollen Unterton heraus: „Du, Allmächtiger, warum
hast Du das nicht verhindert, dass das Leben unschuldiger Menschen
ausgelöscht wurde?!‟ Glaubt Mir, Ich war ganz tief getroffen, in Meiner
Mitte, dort wo Meine Barmherzigkeit sitzt. Aber, habt ihr wirklich
gemeint, Ich würde die anfliegenden Maschinen mit Meiner Hand aus dem
Himmel um die Twin-Towers herumleiten?
Hört
Mir jetzt bitte einmal genau zu: Seit Jahren habt ihr Mich gebeten,
eure Schulen zu verlassen, eure Regierungen zu verlassen, einfach euer
Leben zu verlassen, euch nicht mit Meiner Gegenwart zu behelligen. Weil
Ich Mich niemandem aufzwingen will und kann, habe Ich Mich
zurückgezogen. Wie konntet ihr also erwarten, dass Ich den Täter aus
Erfurt an der Schultür abfange und ihm die Waffen abnehme?
Wenn
sich ein einziger darüber beklagt, dass in der Schule ein Kreuz hängt
oder vor dem Unterricht gebetet wird, weil er sich dadurch in seiner
Persönlichkeitsentfaltung gestört fühlt, dann wird aus Rücksicht auf ihn
eben das Kreuz abgehängt und nicht gebetet ‒ die Mehrheit schweigt,
und ihr seid stolz auf eure Toleranz. Wenn heute gegen Mein Wort – ach,
ihr kennt es ja: Du sollst nicht töten usw. ‒ protestiert wird, es
schränke die Freiheit und den autonomen Willen ein, dann sagt ihr dazu
euer o.k. ‒ und ganze Generationen wachsen heran ohne Mein Wort. Wenn
Frauen sagen, wir treiben unsere Kinder ab, weil unser Bauch uns gehört
‒ dann ist euer Einverständnis gewiss.
Schliesslich
ist euch eure Selbstverwirklichung wertvoller und wichtiger als ein
Menschenleben. Wenn Künstler lautstark dazu auffordern, ihre
Redefreiheit dürfe in keinster Weise eingeschränkt werden, und sie
dürften im Namen der Kunst alles zeigen, was es an Gewalt,
uneingeschränktem Sex und Perversionen so gäbe ‒, da habt ihr euer o.k.
genickt. Und wenn dann in euren TV-Programmen Szenen von
Vergewaltigung, Drogenkonsum, Mord in allen Variationen am Freitag,
Samstag und Sonntag Abend vorkamen, dann habt ihr das verharmlost: Es
gehe doch nur um Unterhaltung, und jeder könne ja abschalten!
Betroffen
und ratlos habt ihr euch gefragt: „Warum können unsere Kinder nicht
mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden? Lernen sie das nicht mehr in
der Schule?‟ Entsetzt habt ihr festgestellt, dass es euren Kleinen
nichts ausmacht, Klassenkameraden schon am Boden liegend zu treten,
Mitschüler zu verhöhnen, wenn sie nicht die neuesten Trendklamotten
anhatten: Mobbing im Klassenzimmer! Entsetzt habt ihr festgestellt: Auch
meine Tochter, mein Sohn könnte so was tun, denn es dämmerte euch die
Erkenntnis: Was der Mensch sät, wird er auch ernten.
Eigenartig,
wie leicht ihr euch Meiner Person entsorgt, und wie schnell ihr euch
wundert, dass es in eurer (und Meiner) Welt so gnadenlos höllisch
zugeht. Eigenartig, wie ihr den Zeitungen bedenkenlos Glauben schenkt,
die Bibel aber in Frage stellt und als Märchenbuch abtut. Eigenartig,
wie jemand sagen kann: „Ich glaube an Gott ‒ aber am liebsten ist es
mir, wenn Er mich in Ruhe lässt, und wenn nach einer dreiviertel Stunde
der Zauber vorbei ist.‟ Eigenartig, wie schnell ihr über andere
urteilt, aber euch gegenüber naiv und kritiklos dahinlebt. Eigenartig,
wie leicht Brutalität, das Vulgäre und Obszöne frei durch den
Cyberspace fliessen, aber gleichzeitig die öffentliche Diskussion über
den Religionsunterricht angeheizt wird, weil er angeblich nicht mehr in
unsere plurale Gesellschaft passe. Eigenartig, wie viel besorgter ihr
darüber seid, was die Leute von euch denken als darüber, was Ich über
euch denke!
Und
ihr fragt immer noch: „Lieber Gott, wo warst Du?‟ Ich wollte bei euch
sein ‒ das ist ja Mein Name und Mein Wesen. Man hat Mir aber
klargemacht, dass der Anblick Meines gekreuzigten Sohnes sich schädlich
auf die seelische Entwicklung der Kinder auswirke und gar die kostbare
Freiheit eines Lehrers einenge ‒ und dabei lasst ihr die Seelen der
Kinder am laufenden Fernseher vergiften! Ich wollte bei euch sein, aber
ihr wollt Meinen Namen aus eurem Grundgesetz streichen, weil das die
anderen Religionen benachteiligt ‒ und ihr vergesst, was zwei
Weltanschauungen ohne Mich bei euch angerichtet haben?
[Nationalsozialismus, Kommunismus]
Ihr
wollt eine Politik machen ‒ ohne Mich ‒, und nun wundert ihr euch,
dass Ich das zulasse und euren Wünschen entspreche? Soll Ich
eingreifen, wenn ihr den Ast absägt, auf dem ihr sitzt? Und wenn ihr
dann im Herunterfallen nach Mir ruft: Soll Ich da eingreifen und euch
auffangen? Lebt euer Land in jener Sorglosigkeit wie im alten Rom, wo
schon die jungen Völker vor der Tür standen, und die Römer es nicht
merken wollten?
Ich
überlege Mir: Soll Ich euch weiterhin ein barmherziger Gott sein,
gnädig, reich an Huld und Treue? ( Ex 5-6, 8-9) Wollt ihr Mich nur
einlassen über euren Lieferanteneingang, oder finde Ich bei euch noch
ein paar aufrechte und ehrliche Leute, die Mich offiziell willkommen
heissen?
Wie
gesagt: Ich dränge Mich nicht auf, und wenn ihr auf die Landkarten
schaut, wo überall Ich schon war und nicht mehr Bin: Ihr könnt mit Mir
rechnen ‒ das ist Mein Name ‒, aber ihr könnt Mich nicht manipulieren
und erwarten, dass Ich auf Knopfdruck handle.
Lasst es Mich wissen, ob Ich euer Immanuel sein kann.
Ihr wisst, wo Ich zu erreichen bin. Amen
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